Wissenshäppchen

Bitterstoffe

Ungeahnte Superkräfte

Haben Sie schon mal etwas von Bitterstoffen gehört? Geschmeckt haben Sie diese auf jeden Fall schon mal: z. B. in Ihrem letzten Salat mit
Rucola oder Endivie. Vielleicht auch im Brokkoli Gemüse oder im Grapefruitsaft. Für den bitteren Geschmack sorgen Bitterstoffe.

Leider enthalten kultivierte Obst- und Gemüsesorten nur noch wenig davon, so dass unser Geschmackssinn eher auf süß, salzig und umami (würzig, Glutamat) konditioniert ist und die Reizschwelle für Bitterstoffe sehr niedrig liegt.

Das ist wahrlich bitter! Denn die Aufnahme von Bitterstoffen kann viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. Ernährungsexperten
sind sich darüber einig, dass besonders die Verdauung von einigen bitteren Stoffen profitieren kann. Wie genau?

Obst

Grapefruit, Pampelmuse, Pomelo

Gemüse

Artischocken, Brokkoli, Chicorée, Endiviensalat, Mangold, Radicchio, Rosenkohl, Rucola

Genussmittel

Kaffee, Kakao, schwarzer und grüner Tee,
Rotwein

(Wild-) Kräuter und Gewürze

Brennnessel, Ingwer, Löwenzahn, Oregano, Rosmarin, Salbei,
Schafgarbe, Thymian, Nelken, Wacholder, Wermut

Bitter macht gesund

  • Der bittere Geschmack auf der Zunge regt die Produktion des Magen- und Gallensaftes an. Diese Verdauungssäfte fördern die Zersetzung der Nahrung in ihre wertvollen Bestandteile, die im Darm schneller und besser aufgenommen werden können.
  • Durch die vermehrte Produktion von Verdauungssäften sorgen Bitterstoffe für ein schneller einsetzendes Sättigungsgefühl und senken das Verlangen nach Süßem. Mahlzeiten werden früher beendet und überschüssige Kalorien eingespart.
  • Die Aufnahme bitterer Lebensmittel aktiviert die Bauchspeicheldrüse. Dort wird das Hormon Insulin gebildet, das den Blutzuckerspiegel reguliert. 
  • Auch das Immunsystem wird durch Bitterstoffe vermutlich unterstützt (das ist wissenschaftlich zwar noch nicht eindeutig belegt, es gibt aber entsprechende Hinweise). Sobald Bitterstoffe mit der Schleimhaut des Verdauungstraktes in Berührung kommen, zieht sich diese zusammen, um sich dann wieder auszudehnen. Bakterien, Viren und Gifte verlassen schneller den Körper.

Also: tun Sie sich was Gutes und greifen Sie ruhig öfter mal zu bitter schmeckenden Lebensmitteln. Wir helfen Ihnen dabei: Unsere Köche geben ihr Bestes, um mit ihren Menüs alle Geschmacksrichtungen anzusprechen.

Freuen Sie sich auf weitere Wissenshäppchen im August und September.